Mein Kampf um den Hund!

Achtung:

Bitte nur lesen, wenn die nötige Zeit vorhanden ist, denn meine Geschichte ist lang !!!!!!

 

Einführung:

…Ich wollte schon, seit ich denken konnte, einen Hund...

Dies war nicht nur „so“ ein Kindertraum, wie bei den meisten..!

Nein, es war mein völliger Ernst!

 

Nicht so wie:

"Mutti, ich möchte einen Hund, alle in meiner Klasse haben einen"!

„Ja, mein Kind, hier hast du ihn“

Jahre später... à Kind ausgezogen à Hund bei den Eltern.. NEIN, so war es bei uns nicht!

Diese Angst hatten meine Eltern natürlich.. aber bei mir sollte es nicht so werden...

 

Argumente dagegen:

Ich bin aufgewachsen in der Stadt Chemnitz (ca. 220.000 Einwohner).

Natürlich gehöhrt ein Hund nur auf´s Land und nicht in die Stadt… !

Papa hatte komischerweise Angst vor Hunden… Er konnte es mir aber nie richtig beantworten, wieso? (heute auch noch nicht)

Denise geht zur Schule, wer geht in der Zwischenzeit mit dem Hund „Gassi“?

Der Hund wird dein Lieblingskuscheltier Namens „Wuschel“ in Stücke reißen!

Der Hund wird deinen ganzen Alltag durcheinander bringen…

Der Hund wird deine Meerschweinchen auffressen.. usw…

All dies durfte ich mir anhören und musste meine Argumenten bei jeder Familienfeier vetreten!!! Vor jedem ! (Ihr könnt euch nicht vorstellen, was das für ein *Kampf* war! )

 

Welcher Hund war das entscheidene *JA* zum Hund?

Mein Ursprungshund war *Lassy* (natürlich nicht mein Hund) , eine Collie-Mischlingshündin (Ich ca. 5 Jahre alt) von Oma´s Nachbarn… Die Hündin liebte ich abgöttig… Sie war leider aus schlechter Haltung.. Sie war ein Fundhund und wurde bei den Nachbarn aufgenommen… Leider übernahm sich der Nachbar nicht nur mit dem Hund, sondern auch mit unzähligen anderen tierischen Mitbewohnern… (Schafe, Katzen, Hühner, Hasen, usw.) Er war bald nicht mehr Herr der Sache… Er war einfach zu überfordert mit dieser Situation..

Der Nachbar war einfach zu gut.. Er wollte den Tieren nur Gutes…

Die Töchter kamen zwar hin und wieder und versorgten die Tiere..

Aber leider war es einfach zu viel für ihn…

Ich und meine Omi gingen oftmals einfach rüber ins Grundstück und fütterten die Tiere, auch u.a. Lassy…

Meine Erste Frage war immer, wenn ich bei Oma war, rüber zum Nachbarn… „ist Lässy draußen an der Kette angeleint, oder drinnen im Haus“?

Lassy war meisten draußen an der Kette.. Ich habe die Kette dann einfach abgemacht und bin mit ihr durch die Siedlung gelaufen… Ich kann mich noch gut erinnern, dass sie der 1. und warscheinlich auch der letzte Hund ist… der bei Straßenüberquerungen nach „links und nach rechts“ geschaut hat… Das war einfach nur faszinierend!

Sie war so eine tolle Hündin.. Sie wurde damals im Wald mit einem Hundedackelkumpel aufgelesen… alle beide sind erst hinterhergelaufen, aber der Dackel wollte dann doch in eine andere Richtung.. so ist Lassy zu Oma´s Nachbarshund geworden…

Ein entscheidendes Erlebnis war für mich aber dann: als ich wiedereinmal bei Oma zu Besuch war und ich frohenmutes Lassy zum Gassi abholen wollte…

Ich bin, wie erst immer in den Garten gerannt, keine Lassy da…

Ansonsten habe ich immer an der Haustür geklingelt und Lassy mit der Leine bekommen… Aber dieses Mal klingelte ich vergeblich.. es machte niemand auf…

Ich schlich dann ums Haus… und sah, Lassy durch das Wohnzimmerfenster…

In einem völlig leerem Haus.., auf dem Sofa sitzend… gegen eine leere Wand starrend!!!

Ich habe geklopft, am Fenster und überall..

Lassy hat mich nicht einmalmal bemerkt… Es war für nicht nur traurig, dass ich nicht mit ihr Gassi gehen konnte, nein… Das Traurigste war einfach, dass Lassy sowas von (ich kann es einfach nicht beschreiben) gegen eine blödsinnige Wand gestarrt hatte!!! Auch wenn ich noch ein kleines Kind war.. Das habe ich begriffen…! Es tut mir heut noch weh, weil ich dieses Bild immernoch im Kopf habe!

 

Lassy´s Herrchen nahm sich später selbst das Leben und Lassy musste im hohem Alter in´s Tierheim, wo sie auch dann verstarb…

 

 

Ja, gegen diese ganzen erschreckenden Argumente musste ich mich in jungen Jahren durchsetzen, nicht einfach..

Ich hatte mir damals schon als Kind, viele Ersatzhundplüschtiere zugelegt (Ich bin mit diesen Kuscheltieren wirklich draußen Gassie gegangen ;-) ….) Aber das war auch nicht das Wahre… Ich musste andere Geschütze auffahren.. J

 

Also meldete ich mich kurzerhand beim Tierschutzverein an. Mit mir habe ich noch 3 weitere Freundinnen davon überzeugen könen J

Wir standen jeden Samstag und Sonntag punkt 06:00 Uhr vor dem Tierheim. Dort mussten wir uns bis nachmittags um die Tiere kümmern.

Dazu gehörte:

- Zwinger säubern

- Füttern

- Kleintiere pflegen

- Vogelkäfige säubern

- Katzentoiletten reinigen usw.

 

Es war richtig harte Arbeit! Als Belohnung durften wir dann mit einem Hund Gassi gehen. Naja, natürlich hatte man sich seinen Lieblingshund rausgesucht, aber den hat man oft nicht zum Gassi bekommen.. Ich werde hier auch keine Namen nennen oder auch das Tierheim nennen.. Denn die Mitarbeiter sind mir nicht in guter Erinnerung.. Aber was sollte man machen? Gelobt wurde man für die Arbeit nie… aber ich wusste ja, für wen ich es machte.. Für die Tiere und nicht für igendwelche Tierheimmitarbeiterinnen!

 

Wie schon oben beschrieben, hat mich die Zeit im Tierheim unwahrscheinlich geprägt..

Ich habe dort viele, viele schrecklichen Dinge gesehen… Welpen, wo ich dachte, sie wären vermittelt und die dann doch wegen unterlassener Impfung gestorben sind, hochträchtige Hündinnen, die einfach über den Zaun geworfen wurden, Babykatzen die man sterben sehen musste, obwohl man sich tagelang rühend um sie kümmerte… Ich möchte hier nicht weiter darauf eingehen…

 

Wie gesagt, man hattesich natürlich mit 12 Jahren  auch seinen Lieblingshund rausgepickt!

Ist ja logisch J

Ich wusste, dass mein Hund schon immer Francis heißen würde (aber dies ist wieder eine andere Geschichte J … So hieß natürlich mein 1. Gassihund auch Francis, sie hatte sowieso keinen Namen und war ein Fundhund..

Francis I war eine Rottweilermischlingsdame… Man konnte bei ihr aber schon fast sagen: 90% Rottweiler und den Rest konnten wir nur erahnen, evtl. Schäferhund…

Sie war damals ca. 3 Jahre alt und sie hatte ein wundervolles Wesen.. Natürlich war mein Vater nicht sehr begeistert von ihr (Rottweiler, halt J )

Aber er hat sich dann doch durchgedrungen und ist auch zum Gassi mitgekommen.. Ich hatte immer das Gefühl: ja, ich kann meine Eltern vom Hund überzeugen und dann wieder gar nicht…Es war ein Hin und Her!

Bei Francis I war ich meines Erachtens sehr nahe dran…

Aber….

Eines Tages ging ich wieder ins Tierheim und wollte meine Francis I aus Zwinger Nummer 18 abholen… aber es war keine Francis da???

Ich war total erschrocken und bin zu einer Mitarbeiterin gerannt… Ich war total aufgelöst…

Sie sagte mir ganz trocken: Tja, so ist das nun mal.. Sie ist vermittelt!

Für mich brach eine Welt zusammen.. Ich hatte sogar damals extra ein persönliches Halsband und eine Leine gekauft, was ich ihr immer angelegt hatte…Damit sie sich wohler fühlt…

Ich hatte wirklich lange damit zu kämpfen, dass sie jetzt einfach weg war..

Leider habe ich auch gar kein Foto von ihr… Aber ich weiß noch haargenau wie sie aussah!

Nach einigen Jahren hatte ich gedacht, dass ich sie in der Stadt wiedergesehen hatte… Ich weiß es aber nicht 100% ob sie es wirklich war..

 

Nach einiger Zeit hatte ich meine Eltern nun endlich fast soweit, dass sie sich mit einem neuen Familienmitglied anfreunden könnten..

Dazu stellten sie mir aber eine Bedingung!

Ich müsste mein Zwergkaninchen *Knöpfchen* hergeben…(in Eltern´s Hoffnung, das macht sie nie!)

Hmm, gut .. ich willigte schwerenherzens ein… J

Im Tierheim hatte ich mir dann die Francis II rausgesucht.. eine blonde 2-jährige Labradormischlingshündin, die sehr agil und sehr personenbezogen war…

Wir nahmen sie 3 Tage mit nach Hause auf Probe.. Ich hatte zu der Zeit Ferien und war quasi den Tag über alleine mit Francis II.

Ich war den ganzen Tag nur mit ihr unterwegs… Wir beide waren so totmüde vom ganzen Spazieren, dass wir zusammen im Bett meiner Eltern eingeschlafen sind J

Wir beide verstanden uns super.. aber auch nur wir beide…!!!

Pappa hat die meiste Zeit vor Angst auf dem Balkon verbracht, weil Francis ihn auch anknurrte… und Mutti war auch nicht so zufrieden mit ihr, denn sie konnte mir nicht einmal Gute Nacht sagen, weil sie angeknurrt wurde.

 

Wir haben dann alles nochmal besprochen und habe es eingesehen,

dass es so nix wird…

Bei einem Hund muss jedes Familienmitglied damit einverstanden sein, ansonsten hat einer das Nachsehen, das war damals Paps J

Francis II gaben wir also wieder ins Tierheim zurück, sie wurde dann auch nach kurzer Zeit vermittelt und hatte ein super Zuhause gefunden!

 

Dann kam Francis III ins Tierheim, eine 3-jährige Beauceron-Hündin.. *bildhübsch*

Ihr Wesen war einfach nur traumhaft… Ich habe auch alle meine Tierheimhunde (zu denen ich eine gewisse Bindung aufgebaut hatte) freilaufen lassen..

Ich wurde auch einmal dabei erwischt und bekam eine Rüge, aber das war mir Wurst!

Meine Francis-Hunde durften alle ohne Leine gehen..

Sie sind den ganzen Tag im Zwinger und draußen an der 2 Meter Leine? Was soll das!

Francis III war ziemlich groß, bestimmt 65cm. Einmal stand ich vor dem Zwinger und wollte sie holen, da war sie weg!

Ich dachte wieder, nein.. das kann nicht sein!

Und tatsächlich wurde sie nur kastriert und war nur in der Quarantänebox..

Francis III war auch ein Fundhund, die Mitarbeiterin wusste ganz genau, dass ich eine enge Bindung zu ihr hatte.

Sie fragte mich eines Tages, wie ich sie nennen würde..

Ich sagte natürlich: Francis… Am nächsten Tag stand auf dem Beschreibungsschild am Zwinger: Emma!!!

Ich konnte es nicht fassen! So eine blöde Kuh! Ich habe sie natürlich weiterhin Francis genannt..

Wir hatte sooooo tolle Spaziergänge.

Fellpflege und einen Knochen gabs immer zum Abschied J

Leider war aber auch sie dann vermittelt… L

Ich habe sie nie wiedergesehen….

 

Meine Eltern hatten aber nun endlich erkannt, dass es so nicht weitergehen sollte und mir der Hundewunsch wirklich sehr Ernst war…

Endlich trafen wir die Entscheidung.. Ich durfte einen *kleinen* Hund bekommen…

Bedingung: es muss ein Welpe sein, damit sich Papa an ihn gewöhnen konnte..

Damit war ich natürlich mehr als einverstanden..

Und mein Zwergkaninchen durfte selbstverständlich auch bleiben!

Da ich damals schon (mittlerweile 14 Jahre alt) jede Hunderasse (Abstammung, Ursprung, usw.) perfekt beherrschte… überlegten wir nun… welche Rasse soll es denn nun sein?

Ich hatte erst den Flat-Coatet-Retriver favorisiert…

Aber dann hatte mein Paps so ein tolles Hundebuch gekauft, wo jeder sich selber testen konnte, welche Rasse zu einem passt…

Ja… so sind wir dann auf den Bearded-Collie gestoßen…

Ich kannte die Rasse, aber ich hatte sie nie in Erwägung gezogen,

weil ich dachte, der wäre eh viel zu groß..

Es hieß ja: nicht höher als kniehoch… J

Der Beraded Collie sollte es nun sein..

Ich hatte mich natürlich gleich auf die Suche nach einem geeigneten Züchter gemacht..

Viele Welpen gibt’s da ja auch nicht pro Jahr…

Wir haben dann über wirklich 1000 Ecken und endlosen Telefonaten unseren Züchter in Sachsen Anhalt gefunden!

Und im Sommer 1999 war es dann ENDLICH soweit..

Mein Traum hatte sich erfüllt!!!

Meine EIGENE Francis IV J war nun endlich bei Uns (mir) angekommen!!!

Ich ging später mit Francis auch noch einige Zeit weiter ins Tierheim..

Aber der Hundesport vereinnahmte mich dann doch zusehr..

 

Fazit:

Das Tierheim war für mich eine wichtige Zeit im Leben…Ich werde die Bilder auch nie vergessen..

Ich werde der Tierquälerei in jedem Fall, mit allen Mitteln entgegensetzen!

Ich bin froh, dass mein Beruf mir da zu Gute kommt!

Ich gehe heute noch hin und wieder in dieses Tierheim, um zu sehen, welche Hunde im Moment gerade auf ein neues Zuhause warten…

Vielleicht kann ich ja vermitteln…..

Mit dem Tierheimleiter habe ich bis heute ein sehr gutes Verhältnis..

 

Ja,

dies ist die anstrengende Geschichte von einem jungen Mädchen, die darum bitter gekämpft hat, einen Hund zu sich zu holen..

Meine Francis musste ich leider mit 13 Jahren, nach kurzer schwerer Krankheit einschlafen lassen.

Ihr könnt euch vorstellen, ( vor allem nach dieser Geschichte) was sie für mich bedeutet!!!

 

 

 

 

Francis vom Züchter abgeholt :-)
Francis vom Züchter abgeholt :-)
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Update: 08.05.2018

Mit einem kurzen Schweifwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangen Gerede. ” Louis Armstrong

Ein Hund der keine eine Aufgabe hat, wird zur Aufgabe!

Wir schenken unseren Hunden ein klein wenig Liebe und Zeit. Dafür schenken Sie uns restlos alles was Sie zu bieten haben. Es ist zweifellos das beste Geschäft, was der Mensch je gemacht hat. ”Roge

Neid ist die negative Form der Zuwendung.